Grubenwasseranstieg im BlickTypNachricht
Monitoring nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus im Saarland
Schweremessungen im Saarland
Das GraviMon-Projekt der RAG Aktiengesellschaft (RAG), des BKG und des Landesamtes für Vermessung, Geoinformation und Landentwicklung des Saarlandes (LVGL) untersucht seit 2025 die Auswirkungen des Grubenwasseranstiegs nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus im Saarland.
Nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus im saarländischen Revier und dem Abstellen der Pumpen an den Standorten Duhamel und Reden erfolgt nun der kontrollierte Grubenwasseranstieg. Ziel ist es, die Grubenwasserhaltung dauerhaft sicher, ressourcenschonend und beherrschbar zu organisieren.
Das Grubenwasser steigt kontrolliert langsam wieder an, was zu Auswirkungen an der Oberfläche führen kann. Die Wahrscheinlichkeit für Bergschäden im Zusammenhang mit dem Grubenwasseranstieg wird von Gutachtern als sehr gering eingeschätzt. Dennoch ist es wichtig, mögliche Veränderungen im Blick zu behalten. Denn auch, wenn sie nicht sofort sichtbar sind: Wir können sie messen.
Wie die Messungen funktionieren:
Wenn sich unter der Erde Wasser sammelt, ändert sich die Masse und damit minimal auch die Erdanziehung in diesem Bereich. Diese Veränderungen sind messbar.
Es gibt zwei Arten von Messungen:
- Relative Messungen zeigen, wie sich Punkte zueinander verändern. Wir messen also die Schwereunterschiede zwischen einem stabilen Festpunkt außerhalb des Untersuchungsgebietes und den Kontrollpunkten oberhalb der zu flutenden ehemaligen Bergwerksschächte.
- Absolute Messungen liefern den Absolutwert der Erdanziehung an den Messpunkten direkt vor Ort.
Die Kombination aus beiden Verfahren bildet eine wichtige Grundlage für die zuverlässige Überwachung des kontrollierten Grubenwasseranstiegs und das zugehörige integrale Monitoring.
Seit Anfang 2025 führt das LVGL quartalsweise Relativschweremessungen über dem ehemaligen Bergbaugebiet durch, dessen Grubenwasseranstieg überwacht werden soll. Zusätzlich führt das BKG seit 2025 einmal jährlich im April Absolutschweremessungen durch.
Die relativen Messungen über die vier Quartale zeigen, neben dem Trend durch den Grubenwasseranstieg, auch jahreszeitliche Masseneffekte, etwa durch Regen oder schwankendes Grundwasser.
Die absoluten Messungen finden dagegen jedes Jahr zum selben Zeitpunkt statt. Dadurch wollen wir den eigentlichen Trend besser erkennen und saisonale Einflüsse bestmöglich ausschließen.
Bisher waren wir dreimal im Saarland vor Ort, um die RAG und das LVGL mit unseren Messgeräten und unserem Expertenwissen zu unterstützen:
- April 2025: Geeignete Messpunkte für Absolutschweremessungen ausgewählt und eingerichtet
- April 2025: Erste doppelte Null-Messung (d.h. jeder Punkt wurde zwei Mal gemessen) mit einem Absolutgravimeter an insgesamt sechs Messpunkten
- April 2026: Wiederholung der doppelten Null-Messung, da Ende 2025 die Pumpen im Bergwerk abgestellt wurden. Dadurch erhalten wir eine stabile Zeitreihe.
Das Projekt ist vorerst auf fünf Jahre festgelegt. Ziel ist es, in diesem Zeitraum nachzuvollziehen, ob sich der ansteigende Grubenwasserspiegel unter Tage auf die Oberfläche auswirkt.
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